Wanderreise 2008 der Senioren in die Lüneburger Heide


Der ICE fuhr diesmal am Tag. Es gab
also keine Probleme mit den vertrackten
Liegewagen. Nur einmal Umsteigen
war angesagt, in Hannover. Zielort
war Schneverdingen, Hauptort am
Rande der Heide, den wir pünktlich
erreichten. Im „Haus Hubertus“ waren
für uns genügend Zimmer reserviert,
so dass es keine Probleme gab.
Gleich am nächsten Tag führte uns
Franz Ludwig ins Teufelsmoor. Der
Franz kennt sich dort oben gut aus,
denn sein Bruder, den er schon oft
besucht hat, wohnt im Nachbarort
Bisbingen. Also auf zum Teufel im
Moor! Dort wurde früher industriell
Torf abgebaut. Die großflächigen
Löcher haben sich in der Zwischenzeit
mit Wasser gefüllt.
Über Holzstege konnten wir aber
trockenen Fußes stundenlang durch
die Gegend laufen. Am Ende zeigte
uns ein kurzer Regenschauer, dass es
im Moor auch Wasser von oben geben
kann. Aber kaum waren die Regenschirme
aufgespannt, war der Regen
auch schon wieder vorbei. Es sollte für
die ganze Woche der einzige sein,
denn unsere Begleiterin
Sonne
strahlte jeden Tag
von früh bis spät.
Am nächsten Tag
ging es in die
Heide. Leider war
die Heideblüte
2008 nicht besonders
ausgeprägt.
Die Natur macht
halt, was sie will
und nicht, was wir
gerne hätten. Wir
freuten uns trotzdem
über die
schöne Landschaft
mit ihren lang
gezogenen Hügeln und den teilweise
mächtigen Eichen.
Überraschend für uns der viele Wald!
In leichten Wellen ging es auf- und
abwärts durch diesen Wald und auf
schönen Wegen durch Heidekraut
hinauf zum höchsten Punkt der Lüneburger
Heide auf 168 Meter Höhe.
Auch am 3. Tag führte uns der Franz
in die Heide, denn er hatte noch einige
schöne Wege in petto und die mussten
begangen werden. Diesmal gab es die
erste und einzige Begegnung mit
Heidschnucken. Der Schäfer erzählte
uns, dass die Schafhaltung kein Geschäft
mehr sei und deshalb die meisten
Schäfer aufgegeben haben.
Auf unseren Wegen begegneten wir
immer wieder Pferdedroschken. Da
entstand der Wunsch, auch mit so
einem Ding zu fahren. Kurzum: So ein
Fuhrwerk wurde bestellt und wir
besahen uns die Landschaft von erhöhten
Sitzen aus, was auch seine Reize
hat, ganz besonders, wenn man schon
einige Stunden zu Fuß unterwegs war.
Am Ende der Fahrt gab es Kaffee und
Kuchen, was im Fahrpreis enthalten
war.
Natürlich wurde der bekannte Vogelpark
Walsrode besucht. Den Ort
erreichten wir mit dem Zug. Großes
Staunen über die Größe der Anlage
und den gepflegten Zustand! In dieser
Anlage kann man sich den ganzen Tag
aufhalten und hat vielleicht noch
immer nicht alle Tiere gesehen. Großartig!
Die alte Salzstadt Lüneburg haben wir
selbstverständlich auch besucht, denn
sie hat ja der Heide ihren Namen
gegeben. Die Zugfahrt dort hin führte
durch die norddeutsche Tiefebene. Die
Bewunderung hielt sich in Grenzen.
Lüneburg ist eine mittelalterliche Stadt
mit entsprechendem Stadtkern und
spezifischen Problemen. Der Stadtführer
zeigte uns die besonderen Schwierigkeiten
der Ansiedlung auf einem
riesigen Salzstock. Die alten Häuser
sind alle schief und stark geneigt.
Selbst die riesige Kirche ist in den
letzten hundert Jahren um fast einen
Meter verrutscht. An dem Gebäude
sind keine geraden Linien oder Säulen
zu sehen. Nur 35 Meter ist die Erdschicht
dick, dann beginnt eine 4000
Meter starke Salzschicht. Der Salzabbau
ist seit Jahren fast ganz eingestellt,
nur ein kleiner Soleabbau ist noch in
Betrieb. Der Lüneburg-Besuch war ein
lehrreicher Ausflug.
Der letzte Tag war zur freien Verfügung.
Was tun Frauen an einem solchen
Tag? Sie gehen „shoppen“. Aber
auch ein Shopping-Tag geht irgendwann
zu Ende. Die ganze Woche hat
die Sonne warm geschienen, am letzten
Tag war es aber saukalt, so dass
uns der Abschied von der Lüneburger
Heide und von Schneverdingen leicht
fiel.

Helmut Salfer

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Isolde Stangl
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